"Zuckersüß ist die Liebe" - Les trois Chéries singen und charmieren im Scala-Foyer

Sie nennen sich "Les trois Chéries", und wer sie sieht, der versteht warum. Mit zuckersüßem Charme sangen die drei Lüneburger Studentinnen Kathi Mohr, Kirstin Mohr und Jessica Gelpke Soul, Chansons und Schlager rund um das ewige Thema Liebe und machten sich zu Lieblingen des Publikums im Lüneburger Scala-Foyer. Unterstützt wurden sie vom "Chouchou" hinterm Klavier, Tobias Debuch, der seine drei Herzdamen auch moderierend durch den Abend begleitete. Mit alten und jungen Klassikern wie "Bei mir bist Du schön", "Natural Woman" und "Unter den Pinien von Argentinien" zeigte das Trio kokett-elegante Frauenpower, das Programm reichte von Aretha Franklin über Edith Piaf bis zu Zarah Leander. Auftritt im Scala Foyer Die Idee kam den Studentinnen der Betriebswirtschaft und der Kulturwissenschaften vor zweieinhalb Jahren bei einem Musikworkshop an der Lüneburger Uni, nun gaben die Laiensängerinnen ihr drittes eigenes Konzert, mit neuer Besetzung: Für Altistin Ute Laser, die derzeit im Ausland ist, kam Kirstins Schwester Kathi hinzu. Mit einer beinahe perfekten 50er-Jahre-Stimme fügte sich die 21-jährige bestens in das Duo und sorgte für eine besonders kecke Note. So bildeten die drei sehr unterschiedlichen Sängerinnen ein harmonisches Gefüge aus Melancholie, voluminösem Soul und schauspielerischem Witz. Besonders mit frivolen Texten aus den 20er- und 30er-Jahren brachten sie ihre Zuhörer in Schwung. Auf die gesungene Frage "Eine Frau wird erst schön durch...?" antwortete das Publikum spontan: "Alkohol!" - "Die Liebe" hätte es bekanntlich heißen müssen, und sie blieb Thema auch des traditionell letzten Liedes "Nur nicht aus Liebe weinen". Zwei Zugaben folgten, aber auch ein Abschiedslied, das einen erneuten Wechsel ankündigte: Kirstin geht für ein Praktikum nach England, während Ute von dort wiederkommt. Bleibt also abzuwarten, was das Trio in der dann wieder neuen alten Konstellation zu bieten hat." (Landeszeitung, 06/04/02)

 

"Mit Charme und Eleganz"
Les trois Chéries et le Chouchou – mehr als eine Lüneburger Band


Der Pianist sitzt alleine auf der Bühne. Die Lichter sind noch auf ihn, “le Chouchou”, gerichtet; er ist aber “nur” die Begleitung. Die eigentlichen Stars des Abends sind die “les trois Chéries” - und schon unterwegs. Die Federboa um den Hals geschwungen, edel behandschuht und selbstbewusst lächelnd schreiten die drei Sängerinnen auf die Bühne zu. Selten gewinnt “le Chouchou”, der im wirklichen Leben Tobias Debuch heißt und an der Universität Lüneburg im Fach Musik Dozent ist, eine der kleinen Wortrangeleien gegen seine “les trois Chéries”. Das gehört zu den Showeinlagen der “Les trois Chéries et le Chouchou”. Es ist also fast im wie im wirklichen Leben, der burschikos feminine Charme obsiegt die “Maskulinität”.
Leidenschaft und Liebe strahlen die drei “Diven” nicht nur aus, wenn sie auf der Bühne die selbst arrangierten Chansons zum Besten geben. Sie besingen diese Themen mit besonderer Hingabe. Mit kleinen eleganten Choreographien verleiht das Gesangstrio der Show noch einen besonderen Reiz.
“Angelpunkt für die Auswahl der Stücke ist immer die Liebe”, erklärt Ute Laser, die Altistin der Drei, das Kriterium für ihre Lieder. Jessica Gelpke, die andere Altistin, fügt hinzu, dass die Stücke “frech und plüschig” sein müssen. Die Liebe besingt das Gesangstrio, das wieder durch Kirstin Mohr komplettiert wird, in französischen und gerne auch in deutschen Chansons aus den 20er und 30er Jahren . Zu ihrem Repertoire, welches “Verantwortung” aller ist, gehört neben Schlagern großer “Chansonettes”, wie Edith Piaf und Zarah Leander, auch Soulstücke von Aretha Franklin.
Inzwischen haben die Kultur- und Betriebswirtschaftler, die alle an der Universität Lüneburg studiert haben und noch studieren, ihre “Nische” gefunden. Ihren ersten Auftritt hatte das Quartett beim Musikworkshop des Fachs Musik im Sommersemester 2000. Das Konzept war damals noch nicht so klar definiert. “Uns hat es ganz einfach in den Fingern gejuckt aufzutreten”, erzählt Ute von der Anfangszeit. Mehr Zufallsprodukt war auch der Name: “Tobias hat ihn in die Anmeldeliste geschrieben”, erinnert sich Jessica. Die Resonanz des Publikums war für die Musiker, die sich in Seminaren und Musikveranstaltungen rund um die Universität Lüneburg kennen gelernt hatten, motivierend und wegweisend zugleich: “Wir mussten noch mal auf die Bühne.” Auf den Brettern standen sie also nicht nur an jenem ersten Abend, noch ein zweites Mal. Aufgetreten sind die vier, in unterschiedlicher Besetzung jedoch, schon im Lüneburger Wasserturm, in der Lüneburger Scala, auf privaten Festen und im Café Keese in Hamburg. Ihren nächsten Auftritt hat die Lüneburger Band beim Weihnachtsball der Universität Hamburg.
Eines hat sich seit dem ersten Auftritt des Quartetts nicht geändert. Das Programm beginnt immer mit dem jiddischen Volkslied “Bei mir bist Du scheen”, wie am ersten Abend im Vamos!. Im Vordergrund steht für die vier Künstler auch weiterhin die Unterhaltung des Publikums. “Man kann sie für ein paar Stunden glücklich machen”, erzählt Jessica über ihre Absicht auf der Bühne.
Sicherlich wird dies den Musikern auch zukünftig gelingen, wenn sie auch kleine Fauxpas wie selbstverständlich und professionell in ihre Show aufnehmen. “Der Rhythmus war ein Dreivierteltakt. Vor Aufregung habe ich einen Viervierteltakt gespielt. Wir haben das aber einfach durchgezogen”, erinnert sich Tobias an einen Auftritt.
(Univativ, 12/02)


Les 3 Cheries et le Chouchou